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Das ist immer so eine Frage, gibt man etwas den bettelnden Kindern am Straßenrand oder lässt man es bleiben?  Besser man lässt es, denn sonst tritt dieser Gewöhnungseffekt ein, der wohl dazu führen kann, dass normale Arbeit gar nicht erst gesucht wird. Dennoch fällt es mir immer schwer einfach nur wegzuschauen.  Auch wenn meine derzeitige Einkommenssituation noch weit von der entfernt ist, als sie sich in Deutschland darstellte  bin ich dennoch immer versucht helfen zu wollen.

Seit ein paar Wochen habe ich die Arbeit verschiedener Rotary Clubs beobachtet und finde diese Art der nahen Hilfeleistung und das persönliche Engagement der Vereinsmitglieder als gute Alternative zu den anonymen Hilfsdiensten, die entsprechende Spendenkonten anbieten. Aktuell befasse ich mich ernsthaft mit dem Gedanken einem der Clubs hier beizutreten.  Zumindest aber über die engagierte Arbeit zu berichten. Also werde ich hier von Zeit zu Zeit die Arbeit der Rotarianer  auf den Philippinen vorstellen.


Am 26. Juni hatte ich das Vergnügen  morgens um 4.30 aufzustehen, um  gegen 5 Uhr  an einer Mangrovenpflanzaktion teilzunehmen.
Im Rahmen des 1 Million Mangroven für Cebu Programmes pflanzte der hiesige Rotary Club Mactan Distrikt 3850 und der Distrikt 2640 aus Japan gemeinsam mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren insgesamt 3300 Mangroven im Stadtteil Buagsong Cordova von Cebu, welcher sich hier auf Mactan Island befindet.


Sie hatten 50.000 Yen oder 23.450 Php vom District 2640 Japan bekommen. Rotary Club Central Mactan war der gastgebende Club und hatte die Summe auf 25.000 Php erhöht. Sie konnten damit 2.500 Mangroven kaufen. Weitere 800 Mangroven wurden von Petron Mandaue Terminal gestiftet. Total. Ferner bekamen Sie 50 Snacks von Petron. Weitere Snacks wurden vom Gustavian Restaurant Banilad Cebu gestiftet. Insgesamt waren ca. 100 Personen der Einladung gefolgt und hatten sich an der Pflanzaktion beteiligt. Es wurden bereits ca. 200.000 Mangroven gepflanzt. Die Mangroven (Setzlinge) wurden in einer Baumschule in Bang Bang Cordova als Teil eines Livelihood Projects von 15 Frauen gezüchtet und werden auch in Zukunft von ihnen von diesen betreut.
Damit entsteht ein neuer Mangrovengürtel in der Region Cebu, der später nicht nur Schutz vor hohem Seegang bietet, sondern auch Unterschlupf für zahlreiche Meeresbewohner bietet. Damit wird dann auch eine neue Einnahmequelle aus dem  Fischfang generiert. Also ein Projekt der Hilfeleistung, wie es mir am sinnvollsten erscheint.

Ueber Rotary erfaehrt man hier mehr:

http://rotary.de/

http://www.rotary.org/DE/SERVICEANDFELLOWSHIP/Pages/ridefault.aspx


Qualität wie „Made in Germany“  und das zu hiesigen Preisen. Dazu ein interessantes Projekt und ein Gewerk, das ich zuvor noch nicht kannte. Schon beeindruckend wie aus einer einfachen Zeichnung oder Foto, oder selbst von einem kleinen Modell ein Kunstwerk gegossen in Bronze oder gar Gold entsteht. Echte Hingucker, die nach der Endbehandlung entstehen. Da hat die Arbeit mal wieder richtig Freude bereitet und das Allgemeinwissen hat eine Erweiterung erfahren. Na prima. Und was für mich gilt, gilt dann auch für die Künstler, die Ihre Kunstwerke dort erstellen.  Arbeiten und relaxen an einem der wohl schönsten Flecken der Erde. Ist dann schon fast keine Arbeit mehr - eher Kunst. Wer mehr über die Kunstgießerei  erfahren möchte, guckt einfach mal hier hin.
http://www.art-foundry-philippines.com/de/index.html

Weihnachten in Cebu
Also – wie beschreibe ich es ohne taktlos oder besserwisserisch zu klingen. Nicht wirklich einfach! Jedenfalls ist Weihnachten schon in Deutschland nicht wirklich gerade meine Lieblingszeit gewesen, und Weihnachten auf den Philippinen sind eben noch einmal völlig anders und dennoch ist es eben auch Weihnachten.  Und im ersten und 2.ten Jahr meines Aufenthaltes war dann auch alles fremde erst einmal interessant, abwechslungsreich und für jene, die Weihnachten auf den Philippinen zum ersten mal verbringen, erscheint alles erst einmal exotisch und aufregend.

Ich erhalte viele Mails von Menschen, die wissen wollen, wie sich denn Weihnachten hier feiern lässt.  Nun denn, will ich es hier einmal aufschreiben und beschreiben wie es sich mir darstellt.

Die erste Begegnung mit Weihnachten hatte ich am 21. September beim Einkauf in der SM-Supermall. Klang doch da tatsächlich schon „Stille Nacht, heilige Nacht“ aus dem zentralen Lautsprechersystem, verbunden mit der Ansage, dass schon bald besondere Weihnachtsangebote zu finden seien. Klar, nicht in Deutsch alles in der englischen Version versetzt mit Landessprache.

Die zweite Begegnung mit Weihnachten folgte dann am 1. Oktober als die ersten Weihnachtsschmuckangebote in den Auslagen erschienen und sich vereinzelt Weihnachtslieder aus den individuellen Lautsprechersystemen der Ladenlokale ergossen, gemischt mit der sonst üblichen RAP-Musik aus den Geschäften ringsherum.

Am 15. November war der erste Weihnachtsbaum im vollen Glanze in den Einkaufszentren geschmückt, und private Haushalte hatten angefangen ihre Häuser mit buntem Leuchtschmuck zu behängen. Am 20. November erspähte ich dann den ersten geschmückten Plastikweihnachtsbaum in einem Privathaushalt. Angestellte an den Tankstellen und in vielen Einkaufszentren schmückten sich mit der roten Weihnachtsmann-Mütze.

Ab dem 1. Dezember gab es dann keinen Halt mehr, das volle Weihnachtspaket war offensichtlich in den Haushalten angekommen, Schmuck, Musik und Feten-Stimmung überall.  Überall bedeutet auch in den jeweiligen kleinen Kapellen, die rund um die Dörfer und Orte gestreut liegen.  Will heißen man bereitet eine Fiesta zu Ehren eines Heiligen vor, auf gut deutsch, man baut 300 Quadratmeter Bassboxenfläche auf, legt irgendwo auch noch einen ausgelatschten Mitteltonlautsprecher ab und dreht dann von 6 Uhr Abends bis meist 4 Uhr morgens alles volle Pulle auf.

Unterbrochen wird dies dann von einem Gottesdienst und einem Abendessen. Soweit so gut, also in Umkreis von 5 Kilometern Luftlinie schläft eben der gesamte Bezirk nicht. Die Fensterscheiben dröhnen, Tassen klappern im Schrank und die Vibrationen nehmen kein Ende. Verstehen kann man den Geräuschcocktail nicht, selbst wenn er nicht mit dem Lärm der möglicherweise gleichzeitig stattfindenden Fiesta im Nachbarbezirk gemischt würde. Und das liegt nicht daran, dass ich die Landessprache nicht wirklich verstehe, nein solch kulturbeladene Musik wird ja nicht wirklich gespielt.

Grund für diese Art der  Lärmemission ist, der Priester erhält einen Bonus vom Veranstalter und dieser bekommt den „Kirchenstrom und Platz“ kostenlos. Neben diesen Zirkusdiscotheken, wie man diese hier nennt (Circus Disco) erscheint das Startgeräusch eines Jumbojets auf dem Mactan-Airport wie eine laue Sommernachtsbrise.

Diese Zirkusdiscotheken ziehen dann vermehrt in den verschiedenen Bezirken umher und selbst in den Bergen von Cebu kann man ihnen nicht wirklich entfliehen.

Also wer nun ein Beweisfoto erwartet, dem sei gesagt, für mich, der eigentlich ein Musikliebhaber ist und auch Live Konzerten nicht aus dem Wege geht, ist es einfach unmöglich auch nur  eine Minute näher an diese Lärmquelle heranzutreten. Selbst mit dem Motorrad vorbeigefahren, schubst einen die Bassbugwelle fast aus der Spur. Also da anzuhalten, konnte ich mich einfach noch nicht überwinden.

Am 24. Dezember pilgert man in die Dorfkirche. Praktisch, dass diese Messen bereits um 5 Uhr früh stattfinden, da bleibt dann eben viel Zeit auch noch den ganzen Tag einkaufen zu gehen in einer der Malls, die an diesem Tag Familienangebote bereithalten. Am späten Abend trifft man sich mit der Familie, aus allen Häusern und Gärten klingen Karaoke Gesänge, und ab 22 Uhr werden die ersten Knallkörper abgebrannt. 

Dies klingt dann irgendwann ab 2 Uhr langsam aus, und am nächsten Morgen trifft man sich wieder in einer der Einkaufzentren oder setzt das musikalische Saufgelage mit Karaoke an einem der öffentlichen Strände fort.

Also um es kurz zu machen:
Weihnachten ist auch hier nicht wirklich mein Ding.
Ich bringe dies auf eine einfache Formel:

Man addiere 25 – 50 Dezibel Lärm zum sonstigen Alltagsdurchschnitt, garniert dieses mit vielen bunten grellen Lichterketten und es ist Weihnachten.

Und so ganz nebenbei bemerkt, wer es sich leisten kann von den hier ansässigen Europäern, der verbringt Weihnachten, genau da, wo er  hergekommen ist. 

Ach ja, am 25 Dezember wird auch die städtische Müllhalde von Cebu im Stadtteil Mandaue  angezündet und dichter beißender Qualm ergießt sich über das gesamte Stadtgebiet. Das hält dann so bis ungefähr Neujahr an, oder bis ein starker Regen dem vorher ein Ende bereitet.

Ein Tag mit Geschichte. Also auch Grund genug etwas niederzuschreiben.  Quasi mein Kadaugan Sa Mactan. Also es ist der 27. April früh am morgen, also ganz wie es im Geschichtsbuch steht, das Maggelan an diesem Tag Mactan Island erobern wollte, 5.00 Uhr um genau zu sein.  Klar hatte ich versucht herauszubekommen, wann denn der eigentliche Event startet. Also Familie befragt, das Buero für Tourismus befragt im Bürgermeisteramt, und immer kam die gleiche Antwort. Es beginnt am frühen morgen, es müsse aber Flut sein.

Also kein Problem, schnell noch die Wetterinformationen der offiziellen Regierungsseite  (engl.) aufgerufen, die präsentieren ja auch immer die Flutzeiten. Na Prima, seit der letzten Aktualisierung ist letztere Information wohl überschwemmt oder mit der Ebbe hinfortgerissen worden. Also keine Information dazu. Na, also habe ich mich erinnert, dass das Hochwasser am Tag zu vor so um die Mittagszeit war. Na, egal. Fruehstuecken, Kaffeewasser und Pulver und Thermoskanne vorbereitet, Mary und Mark auf den Scooter gesetzt und ab ging es um 5.20 Uhr.
Fast da, Straßensperrung, keine Fahrzeuge erlaubt in Richtung Mactan Shrine. Prima, Presseausweis und Zutrittsberechtigung aus der Kameratasche hervorgekramt und siehe da ein freundliches Lächeln zeigte sich auf dem schwerst bewaffneten Squadmitglied und ich durfte die Fahrt fortsetzen. Klar um diese Zeit auch noch kein Parkplatzproblem. Scooter abgestellt auf dem „Bezahl- aber keiner passt auf Parkplatz“ und zur Schaubühne vormarschiert.
Also nun ist es 6.00 Uhr, einen guten Platz gefunden und erst mal einen 2.ten Kaffee zubereitet. Dann rief Bruder Jojo an, teilte mit, dass so gegen 7.00 Uhr die Celebrationsmesse stattfinden würde und er dann mit dem Bürgermeisterteam auch auftauchen würde. Apropos auftauchen,  das Wasser war noch ziemlich weit weg. Also der Beginn mindestens später als 7.00 Uhr.  Na Prima. Nach dem 2ten Kaffee, rückte dann auch die Sonne hervor, die am Abend zuvor von dunkelsten Gewitterwolken verschluckt wurde. Prima, unser Platz bot ein wenig Schatten.
Um uns herum beschäftigtes Treiben. Buehnenaufbau für geladene Gaeste, erstes testen der Musikanlage, Fernsehteams verlegen Kabel, jemand schmückt die Naturbuehne, ein anderer platziert Feuerwerkskörper und die ersten Imbissbuden bereiten den Tag vor. Zuschauer finden sich auch ein, drängen gar zu nah an den Strandbereich, und werden dann vom Sicherheitsteam freundlich zurückgepfiffen. 6.30 Uhr, Mark der noch zu müde für ein Fruehstueck war, wird jetzt munter und Mary zieht mit ihm los um etwas Fruehstuecksähnliches zu ergattern.

Zeit fuer Klaus, den gewaehlten Standort auf Tauglichkeit zu prüfen. Sonnenrichtung, prima, nix störendes im Umfeld, jedenfalls nicht so direkt auf den ersten Blick. Rechts geht die Sonne immer noch auf, links hinter mir aber immer noch das Gewitterwolkengemisch vom Tag zu vor. Und da was sehen meine Augen, die Statue von Lapu Lapu total in Kupfer gehüllt, von den noch tiefen Sonnenstrahlen gerade eben erfasst. Boah eh....nix hielt mich, also den Fernsehmann hinter mir gebeten auf die Taschen und den Kaffee aufzupassen und den strahlenden Lapu Lapu festgehalten.

7.15 Uhr, Mary und Mark kommen zurück, hatten ein Fruehstueck und ich bekam dann auch noch eine Flasche Wasser mitgebracht. Prima. Dann fragte ich ob denn die Messe schon begonnen habe. Nein, nicht wirklich, genauso unwirklich dass der Bürgermeister und Jojo auch schon dagewesen wären. Auf der Naturbuehne Stand nun ein Plastikstuhl, der mich dazu bewegte mit Mary eine Wette abzuschließen. Ich wettet, dass der Stuhl das Buehnenbild den Rest des Tages füllen würde. Klar hielt Mary dagegen. Wenig spaeter gesellten sich noch 2 Werkzeugkisten nah beim Stuhle. Übrigens die Ehrengaestetribuene immer noch leer, und die für geladenen Gaeste immer noch im Aufbau.

Da schwirrte auch die ganze Zeit noch ein aufgeregtes etwas umher, begleitet von einem Schirmträger. Also schien der Aufgeregte etwas besonderes zu sein. Nachgefragt und siehe da, es war der Choreograph. Ja und klar ein Gay, wie 60 Prozent der im TV und Media Gewerbe arbeitenden hier auf den Philippinen. Aber dies mal nur so am Rande. Also der Schirm samt seines Trägers und des Beschützten passierten des öfteren, so war es dann auch schon 8.15 Uhr als wir die Messe hören konnten.

Aha, wo war Bruder Jojo mit dem Bürgermeister? Auch nicht so wichtig. Die ersten am Spektakel teilnehmenden Kinder und sonstige Schauspieler zeigten sich am Strand und lieferten somit erste Impressionen. Zeit die Kameraeinstellungen zu justieren und ein paar Probeaufnahmen zu machen. Dann meinen 3ten Kaffee zubereitet und siehe da 8.45 Bruder Jojo sagte kurz „Hallo“. Prima, der Bürgermeister käme später, der Event werde so gegen 10.00 Uhr beginnen. Das Wasser um diese Zeit erreichte bereits die im Hintergrund liegenden Mangroven. Also alles Prima.

Zeit sich mal umzuschauen, wieviel Zuschauer, sich denn bereits eingefunden hatten, zumal die Presse und Fernsehen + Radiosender, wohl bereits vollzählig da waren. Also der gemeine Zuschauer, konnte, sofern denn Platz war hinter dem Geländezaun Stellung beziehen. Bereits ab der 3ten Reihe keine Chance mehr den Event zu verfolgen. Koepfe und Schirme ( Sonnenschutz, jedenfalls zu dieser Zeit) versperrten die Sicht. Dies störte aber nicht wirklich jemanden, man fand sich halt mit der ganzen Familie ein und zu meinem Erstaunen sind dort dann wohl ca. 5000 Zuschauer anwesend, von denen vielleicht  500 einen Einblick auf die Kampfstätte hatten.

Nun füllte sich auch die Besuchertribüne für geladene Gaeste, die Ehrengästeloge auch um 9.00 Uhr noch recht verwaist, bis auf ein Squadteam, dass den dortigen Schatten bevorzugte.  Zwischendurch habe ich dann immer mal wieder auf den Plastikstuhl hingewiesen, der vom gesamten Organisationsteam permanent ignoriert wurde und auch die Werkzeugkästen wollten nicht wirklich mitgenommen werden.  Dann liess sich auch der Hauptdarsteller kurz blicken, liess sich mit den Komparsen fotografieren, machte aber mehr den Eindruck, als sei es eher eine Pflichtveranstaltung, ausserdem stand die Sonne ja schon recht hoch und der Strand reflektierte die Hitze bereits erheblich.  Die Gewitterfront links hinter mir, hielt sich vornehm zurück und wartete noch darauf die Sonne zu verschlucken.

Und dann, ein Hubschrauber kreißt, taucht dann irgendwo ab und 10 Minuten später so gegen 9.30 Uhr marschieren die Ehrengäste und der Bürgermeister, schwerst bewacht,  geschlossen zur Ehrengästeloge. Hier noch ein paar bunte Luftballons angebracht, die bestimmt das Rednerpult verdecken könnten. Um mich herum wurden die wieder zu nah gerückten Besucher zurück gebeten. Und das Wasser reichte nun schon bis ca. 5 Meter an mich heran. Also Sandalen abgelegt, Strümpfe ins trockene gebracht und Hosen hochgekrempelt. Ich merkte bald, dass ich damit einen echten Vorteil haben würde, denn die übrigen Fotografen und Fernsehteams zogen es vor, einen etwas höheren Standort zu waehlen und behielten die Schuhe an.
Dann 9.50 Uhr die erste Lautsprecherdurchsage und Begrüßung der Ehrengäste.  Und was passierte auf der Bühne, eilig rannten gleich 5 Organisationsmitglieder in Richtung Plastikstuhl und Werkzeugkästen. Hm...also doch freier Blick auf die Naturbühne. Da hatte ich dann meine Wette verloren. Also Jollibee und Hamburger anstatt Mittagessen zu Hause. Na Prima.

10.00 Uhr. Die Festreden beginnen. Ich verzichte mal darauf deren Inhalt, Laenge und Sinnfälligkeit zu protokollieren. Dies könnte allzusehr vom Thema ablenken und auch genauso unnötig sein wie die Reden selbst.
Also 10.35 Uhr die Musik erklingt und eine gefällige Stimme führt durch die Geschichte. Friedliche Dorfbewohner gehen ihrem Tagesgeschäft nach als plötzlich Magellan und seine Spanischen Truppen auftauchen. Frauen und Kinder fliehen ins Dorfinnere. Krieger stürmen nach vorne und versuchen die Eindringlinge bereits in der Lagune zu bekämpfen.  Lapu Lapu überblickte die Szenerie aus der Distanz. Dann gelang es den Spaniern doch das Ufer zu erreichen und der Kampf setzte sich an Land fort. Ein älterer Krieger erschlug dann Magellan. Die noch nicht verletzt oder getöteten Spanier ergriffen darauf die Flucht. Die Einwohner des Dorfes trugen dann den Leichnam von Magellan auf die Naturbühne und präsentierten ihn ihrem Stammesführer Lapu Lapu.  Dann Freudengeschrei und der Sieg wurde gefeiert.

11.15 Uhr wir sitzen in Jollibee, Mary bringt schon die Hamburger und Ananassaft, erste Regentropfen fallen und während Mary die Hamburger auf den Tisch ablegte hatte sie dieses „ Frauen können nicht ins Gesicht lügen“ Lächeln und gestand, dass Sie Bruder Jojo über den Plastikstuhl nebst Werkzeugkisten aufmerksam gemacht hatte. Also meinte Sie, ich hätte meine Wette nicht wirklich verloren -  doch hatte ich, denn schliesslich gab es ja doch jemanden, der sich kümmerte, nämlich Mary. Ja gut es hätte ja auch der Choreograph sein können, aber dieser war dann mehr um seinen Sonnenschutz bemüht . So auch der Hauptdarsteller, der dieses Jahr nicht wirklich eine heldenhafte Vorstellung abgab. Ja und wie er heißt, da müsste ich Mary fragen, aber ist ja auch nicht wirklich wichtig.

12.15 Uhr die Bilder auf den Pc übertragen, einen 4ten Kaffee trinken und den Rest des Tages damit verbringen die Aufnahmen zu archivieren, und eine Auswahl auf den Internetseiten zugänglich machen.

Mark fragte irgendwann zwischendurch, wie lange denn der eigentliche Kampf gedauert hatte. Also laut Kameraprotokoll waren es  11 Minuten und 23 Sekunden, allerdings die Zeit inbegriffen um die Schnappschüsse nach dem Kampf auch noch festzuhalten inklusive dem Hubschrauber, der dann bunte Konfetti über die Veranstaltungsfläche niederrieseln liess. Und ja, Mark hatte es überlebt. 6 Stunden ohne PS2 auszukommen. Tapfer nicht wahr?!

 

 

Nun da wir ja Selbstfahrer sind mit unserem kleinen Scooter, kann ich ja auch mal zum Thema Verkehr plaudern. Also generell war es richtig nur nen  Scooter anstatt Auto zu kaufen. Die Strassen sind selbst wenn es Hauptstrassen sind ( und davon gibts eigentlich nur 2 auf Mactan Island ) in staendigem Wandel. Aufbrueche, schlechte Strassendecke und Matschloecher tauchen ploetzlich und unerwartet stets an anderen Stellen als vermutet auf. Repariert wird eher selten mehr geflickt.
Neben und Seitenstrassen koennen nach einem Regen fuer europaesche Verhaeltnisse unbefahrbar sein. Die Filippinos kuemmert dies jedoch kaum.  Geflickt werden die groessten Loecher immer dann wenn jemand vielleicht mal am lautesten danach im Bezirksbuero schreit und garantiert wenn man dem Schrei auch noch nen kleinen Obulus anhaengt. Selbst die Zufahrten zu den Beachresorts sind manchmal eher eine Herausforderung um es mit Bluemchensprache schoen zu schreiben. Klar sind die Prachtzufahrten zum Hilton oder Shangrila Hotel die besten weit und breit.....aber erst mal muss man ja auch dahinkommen (smile).
In den Rushours zwischen 7.00 Uhr und 9.00 Uhr, 16.00 Uhr und 20.00 Uhr gehts meist nur im Schneckentempo voran. Beonders an den Stellen, wo die Tribikefahrer Passagiere aufnehmen. Aber die stoppen ja eh ploetzlich und unerwartet ohne jegliches Anzeichen. Taxis draengeln am meisten und die grossen Trucks schaeren sich einen feuchten Kehricht um ihr Umfeld.
An Kreuzungen ohne Ampel gilt das Recht des Nervenstaerksten, also niemals zoegern aber staendig auf der Hut sein. An Ampelkreuzungen einfach fahren wenn alle anderen auch fahren. An Einmuendungen immer damit rechnen, dass jemand passieren will auch wenn er gar nicht in diese oder jene Richtung einbiegen darf.
Wird der Verkehr manuell von einem Trafficinspector geregelt gilt Alarmstufe 1.....Chaos immer dann wenn ein Blauhemd ( Trafficinspector) auf der Strecke steht und wie immer stets keinen Ueberblick hat.
Taxis sind oft nur Skelette von irgendwelchen alten ausgemusterten Unfallfahrzeugen die wieder grade gebogen wurden. Also echt mal....immer auch wenn’s laenger dauert ein Taxi waehlen, dass zumindest den Anschein erweckt aus den 90er Jahren zu stammen.  Finger weg von solchen Taxis deren Tuerverkleidung und Tuergriffe fehlen. Da fehlen auch manchmal Stossdaempfer.
Also alles in allem ist ein Motorrad das beste Fortbewegungsmittel, und es gilt Regenschauer abwarten und dann weiterfahren. Geschwindigkeit ist hier keine Frage, solange es rollt sind alle zufrieden. Wir selbst haben es tatsaechlich schon einmal auf Tempo 80 gebracht fuer ungefaehr 10 Sekunden....mit 40 km/H sind wir sehr zufrieden.
Aber wehe wenn ein Filipino durch einen Stau gestoppt wird...........oh oh..........Ohrschuetzer waeren gut in diesem Fall, denn die Hupen sind das einzige Instrument, das eine regelmaessige Wartung erhaelt. Bremsen, Lichter, Auspuff, Stossdaempfer und Reifen haben eher eine untergeordnetere Stellung auf der Wartungsliste. Dies gilt generell fuer alles was einen Motor hat.

Hier geht es zu meinem Blog, da koennen wir uns richtig ausplaudern.

 

Wartung oder Reperatur oder Unterhaltung
Also zum Oelwechsel in der Werkstatt bringt man das Oel mit. Habe ich nach einer Stunde warten erfahren als ich den ersten Garantieoelwechsel machen liess. Luft gibts an der Tankstelle und im Falle eines Plattfusses werden Reifen manuell galvanisiert. Diese Arbeiten werden gleich am Strassenrand erledigt. Leider hat mein Scooter keinen Schlauch, also muss er in diesem Fall irgendwie zur Werkstatt gebracht werden.
Solange ein Vehicel noch selbstaendig rollt sind Reperaturen ein Unding. Am Wochende aber wird gewaschen..egal welcher Grundzustand vorliegt......entweder direkt vor der eigenen Tuer oder in einer Waschanlage. Dort verrichten 3 Personen, was sonst eine automatische Waschanlage macht fuer rund 60 Peso ( 1 Euro ). Qualitaet ueberragend..(tatsaechlich ehrlich gemeint) ...umweltfreundlich ......was ist das?
Super kostet rund 0.75 Euro. Diesel 0.60 Euro.
Ach ja da war doch noch was..........na eben.................Fussgaengerueberweg..........Das sind die stoerenden weissen Balken besonders rutschig bei Regen...........ansonsten.........gilt.........anhalten wenn Fussgaenger queren wollen..............aber kaum einer der Fussgaenger will wirklich gehen......oder warum warten die immer solange..........nee mal im Ernst.......Fussgaenger gehen besser immer in Gruppen da ist die Wartebereitschaft der PKW groesser.........oder alle tragen Minirock.........da halten alle abrupt und ploetzlich..........
Was braucht man sonst noch ? Hm,ach ja na eben - einen Fuehrerschein. Das geht so ( fuer Filipinos )
Formular ausfuellen Passfoto anbei, und erst mal Studenten Licence ankreuzen mit professioneller Begleitung ( Bruder oder so...........). Dann einen Monat warten. Neues Formular ausfuellen, Studentenlicence anhaengen + Drogentest abliefern, Fragebogen zur Technik ausfuellen. Hierbei kann man sich auch gern helfen lassen wenn man denn die Fragen so gar nicht versteht. Ist ja alles Englisch.
Nach weiteren 6 Monaten neues Formular ausfuellen, neues Passfoto und Non-Proof Licence anhaengen und dann warten auf die endgueltige Plastikkarte...........bis die da, ist reicht die Kopie des Zahlungsbeleges aus.
Tja........ob man gefahren ist, da fragt niemand wirklich nach.........kein Wunder, dass es fuer gesamt Cebu nur 3 Fahrschulen gibt.
Also Auslaender koennen ihren Fuehrerschein umschreiben lassen, vorausgesetzt es liegen noch mindestens 9 Monate vor Ablauf des Visa vor einem. Benoetigt wird der Reisepass, eine von der Botschaft uebersetzte Fassung des Fuehrerscheines. Dann 3 Monate auf die Plastikkarte warten.

 

Verkehr auf den Philippinen Teil 3

Also, mal grundsaetzlich vorausgeschickt, dass ich hier lebe und dass so ziehmlich sehr zufrieden, liegt es mir nicht daran an allem rumzukritisieren was denn so anders ist, sondern will einfach nur gerade heraus beschreiben wie es sich denn zum Thema Verkehr auf den Philippinen verhaelt. Ich will den Weisheiten ueber die leichtfertigen „Hup-Italiener“ oder den „Ich liebe mein Auto mehr als meine Frau- Deutschen“ nicht noch eine Bezeichnung ueber Filipinos im Verhaeltnis zum Verkehr oder Auto hinzufuegen.  Also einfach nur beschreiben, und dann findet sich wohl moeglich jemand, der dann eine entsprechende Kategorisierung vornehmen moechte.

Nun denn! Fangen wir in Teil 3 mal bei den Taxifahrern an:
Das gemeine Taxi, wird in der Regel nicht von seinem Eigentuemer gefahren, sondern von einem selbstaendigen Fahrer, der eine taegliche Abloesesumme an den Eigentuemer zahlt. Die Hoehe richtet sich nach Typ und Baujahr des Fahrzeuges. Also fuer den Toyota Baujahr 2000 sind es 1200 Peso pro Tag bei 24 Stuendigem Einsatz. Aeltere Baujahre zwischen 700 und 900 Peso fuer ebenfalls 24 Stunden Dauernutzung. Wobei die Stop und Ruhezeiten nicht sonderlich geregelt sind. Manche Fahrer teilen sich ein Taxi und bestimmen hierdurch den eigenen Schlafrythmus. Dem Eigentuemer ist dies egal, solange er die Abloese erhaelt. Benzin oder Gas bezahlt der Fahrer. Reperaturen, sofern denn welche stattfinden ebenfalls, wenn diese durch ihn selbst verursacht wurden. Fuer die Lizenzkosten, und regelmaessigen Wartungsarbeiten ist der Eigentuemer verantwortlich. Wartung, siehe Teil 2.

In der Region Cebu sind die Meter Zeit und Entfernungsabhaengig getaktet. Die hohe Verkehrsdichte laesst eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km pro Stunde zu. Also Grund fuer den Fahrer alles zu geben, um jegliche vermeintliche Luecke im Verkehr zu finden um moeglichst schneller den naechsten Gast zu transportieren, da der Zeitfaktor des Meters nur knapp 20 Prozent gegenueber dem Entfernungstakt einbringt, und Fahrgaeste ja auch nicht gerne fuer Stillstand sondern fuer Befoerderung bezahlen.  In Manila haben nur Taxen der Flughafengesellschaft diese Zeit/Entfernungs Komponente, ansonsten sind die gemeinen Taxen nur Entfernungsmaessig getaktet, daher kann es dort vorkommen, dass ein Fahrer eine Fahrt verweigert, wenn er weiss, dass er wohl laenger im Stau stehen wird. Da bleibt dann nichts anderes uebrig als zu verhandeln.

Aus der Sicht des Fahrgastes:

Also wenn es nicht gerade mal regnet, keine Sonderveranstaltung in Cebu stattfindet, wie das Sinulog Festival, dann braucht der Fahrwillige nur am Strassenrand seinen Arm recken und nach dem Taxifahrer ausschau halten. Taxen halten ueberall. Ich wiederhole ueberall und dies ausnahmslos. Taxistaende gibt es darueber hinaus am Flughafen und an den Einkaufszentren.

Ob man sich anschnallt, vorne oder hinten sitzen will spielt keine Rolle. Rauchen ist aber tabu. Ob die an der Tuerfront zusammen mit dem Fahrpreis ausgewiesene Klimaanlage funktioniert, merkt man meist erst spater. Das normale Geblaese jedenfalls war, solange ich mitgefahren bin, jedenfalls immer intakt. Dies gilt nicht unbedingt fuer Radaufhaengungen, Bremsen, Tuerschloesser und sonstige gewichtserhoehenden Fahrzeugbestandteile.  Dieser Luxus wird durch ein am Schluesselanhaenger und/oder vom Rueckspiegel herabhaengenden Rosenkranz und das Bekreuzigen des Fahrers vor der Abfahrt ersetzt.
Die Fahrer bringen den Gast in der Regel ohne Umwege ans Ziel. Ausnahmen mag es auch hier geben, dies habe ich aber auch nur 2 mal erlebt in den 2,5 Jahren die ich ja hier bin erlebt. Die Meter sind ebenfalls nnur selten manipuliert, und stellen Mary und ich fest, dass unsere Fahrt nach SM ( Einkaufsmall) mehr als 120 Peso kostet, dann zahlen wir nur 120 mit dem Hinweis an den Fahrer, dass er sein Meter mal ueberpruefen sollte. Da gibt es dann auch meist nicht mal eine Widerrede.

Aus der Sicht eines Verkehrsteilnehmers:

Grundsaetzliche Beobachtungen kurz gefasst:

  1. Ist ein Taxi besetzt, muss man egal mit welchem Gefaehrt man selbst unterwegs ist, immer damit rechnen, dass egal und zwar ganz egal was passsieren koennte, das Taxi die Luecke sucht und findet. Also rechts oder links, auch in der gegenueberliegenden Fahrspur mit Trennlinie und Ueberfahrverbot , ploetzlich auftaucht.
  2. Wenn der Fahrgast ploetzlich nach anhalten verlangt, der Fahrer sofort ohne jegliche Umstaende auch aus der dritten oder vierten Spur heraus den direkten fast 90 Grad entsprechenden Weg zur Bordsteinkante sucht.
  3. Ist ein Taxi unbesetzt, ist es quasi unberechenbar. Der Fahrer schaut rechts wie links und dies mehr als geradeaus, immer auf den naechsten Kunden fixiert. Koennte dann unerwartet eine 180 Grad Wende vollziehen, oder einfach in der 2ten Spur hinter einem Bus auf umsteigende Passagiere hoffend, stehenbleiben. Dies ist auch in der Mitte von Kreuzungen und Fussgaengerueberwegen nicht unbedingt auszuschliessen.
  4. Dem Taxifahrer niemals einen „Vogel“ zeigen, oder sonst auf seine Fahrweise aufmerksam machen. Das Fahrzeug gehoert ihm nicht, da ist ihm ein Schubser mit der Stossstange quasi egal.

 

Also ein Taxi kostet derzeit 30 Peso Einstiegspauschale und fuer rund 20 Kilometer kommt man auf ungefaehr 120 Peso insgesamt. Eine Anfahrtsbeschreibung, welche ich irgendwo im Netz gefunden hatte einer in Moal Boal ansaessigen Tauchschule, meint sinngemaess - “ Wenn Sie bereits nach der Ankunft auf Abenteuer aus sind, dann lassen Sie sich nicht durch uns abholen, nutzen Sie ein Taxi“.

Soviel zu den Taxen, die Mary und ich selbst auch regelmaessig nutzen, manchmal mit mehr, und manchmal mit weniger Unbehagen in der Magengegend. Mal mehr mal weniger klimatisiert. Und falls wir die Wahl haben versuchen wir ein nicht ganz so altes Baujahr zu erwischen. Aber dies ist selten, sehr selten, ganz ganz selten. Aber nicht deswegen seltsam selten, weil logisch. Bei Neuwagen hat  der Eigentuemer  den Kaufpreis ja nicht bereits nach 12 Monaten Einsatzzeit wieder einfahren lassen. Also rechnen Sie nun selbst 700 mal 365 = Gesamtsumme in Peso inklusive der Lizenz fuer das Taxi, wobei die Lizenzgebuehren dann auch schon vermutete Steuereinnahmen enthalten.  Also darueber hinaus keine Steuer anfaellt. Derzeit werden Lizenzen in Cebu nicht mehr neu vergeben. Man erwirbt diese, wenn man ein altes Fahrzeug kauft, dass bereits eine Lizenz hat. Vorsicht, im Falle eines solchen Kaufes, dies immer nur im zustaendigen Buero der Staedtischen Verkehrsbeghoerde abwickeln, gleich im Computer die Namensumschreibung mitverfolgen und erst dann zahlen. So mancher Gluecksritter hat nicht nur ein unfahrtuechtiges Fahrzeug erworben, sondern auc h eine nett nachgemachte nutzlose Lizenz.

Also wie man theoretisch seinen Fuehreschein umgeschrieben bekommt hatte ich ja schon beschrieben. Und nun da der Klaus ja verheiratet ist sollte es ja einfacher gehen als normal. Also ran an den Papierkram, alles zusammengesucht was auf der Liste stand und ab zum Verkehrsbüro der Stadt Lapu Lapu.

Also nach Regierungsflugblatt, braucht man ja nur die Übersetzung des original Führescheines, ein noch 9 Monate gültiges Visa und ausfuellen eines Formulares.

Nach 2 Stunden Wartezeit und Uebergabe der Unterlagen wurde ich gebeten die Bescheinigung für einen Drogentest, eine medizinische Eignung und eine Steuernummer vorzulegen. Na, ich darf ja noch nicht arbeiten also habe ich ja auch keine Steuernummer.

Einen Freund befragt, wie es denn bei Ihm abgelaufen sei, und dann wieder nach Hause gefahren. Am nächsten Tag dann ins Verkehrsbüro des Stadtteils Mandaue der Stadt Cebu gefahren, nachdem mein Freund meinte, die seien dort fortschrittlicher im Umgang mit Auslandsführerscheinen.

Also dort wieder eingereiht, aber auch dort wurde Drogentest und medizinischer Eignungsnachweis gefordert. Prima, also gleich gegenueber wieder eingereiht, Urin abgeben und Augen testen lassen. Ja die Augen waren in Ordnung. Urin ist dann auch nach der Zugabe von 1,5 Litern Mineralwasser geflossen. Und vor dem Bezahlen, dann doch noch etwas Neues.

Fingerabdruecke scannen lassen. Stand auch nirgendwo aufgeschrieben. Egal, wieder zum Verkehrsbüro, wieder eingereiht.

3 Stunden in der Reihe abgewartet, bis dann eine freundliche Stimme meinte, dass es ein Problem mit der Netzwerkverbindung gäbe. Also keine Neuen Daten erfasst werden könnten. Prima, also wieder nach Hause.

Nächster morgen, dann am Pfingstsonntag, der ja hier keiner ist, wieder eingereiht. Klar die vom Vortag, waren auch da und zwar sehr früh, aber ich war früher da als 7 Uhr, so musste ich nur 3 Stunden warten als ich dann um 10.00 Uhr an der reihe war. Prima, dann wurde ein Foto gemacht, dann 2 Stunden bis Mittag gewartet, dann Bescheinigung über vorläufige Fahrerlaubnis erhalten. Die Plastikkarte hierzu, gibt es am Schalter nebenan. Also dort wieder eingereiht.

Dann kam die Information durch, dass es wieder ein technisches Problem gäbe. Und morgen, also heute dieser Schalter umziehen werde, einen Gang weiter. Also nach Hause gefahren.

Heute wieder hin, eingereiht in die Warteschlange. Den neuen Schalter auch gleich gefunden. Na prima , aber noch nichts angeschlossen. Der Schalterbeamte meinte dies könne eh noch dauern, aber wieso ich denn überhaupt heute wiedergekommen sei, ich dürfe doch mit der Bescheinigung von gestern schon 3 Monate fahren ohne Plastikkarte? Tja, habe mich dann entschlossen wieder nach Hause zu fahren. Ich darf ja jetzt offiziell. Alles prima, und die Plastikkarte, na schaun wir mal im September noch einmal vorbei.

Also mal kurz vorausgeschickt, ich bin vielleicht auch ein Esskulturextremist - oder vielleicht doch ganz normal? Jedenfalls habe ich gerne alle Sinne beisammen waehrend der Nahrungsaufnahme. Das heisst hoffentlich nicht, dass ich etwa zu anderen Zeiten nicht alle Tassen im Schrank haette, nein will heissen, dass ich jede Mahlzeit als besonderes Ereignis begehe und mich dabei gerne mit allen Sinnen darauf konzentriere.


Also was ist anders, wo sind die Unterschiede in Sachen „Esskultur“?
Also mal kurz vorausgeschickt. Auf den Philippinen sind alle Kuechen der Welt vorhanden, demnach gibt es auch alles was das international verwoehnte Geniessertum begehren koennte. Nicht immer gleich um die Ecke, nicht immer leicht zu finden aber bestimmt irgendwo. Auch einem Geschmacksvergleich halten diese Angebote durchaus stand. Sind aber, wenn man diese Angebote nutzen moechte, verhaeltnismaessig hochpreisig im Vergleich zu den nationalen Koestlichkeiten. So kostet denn ein Ribey Steak  300g, feinstes Black Angus Fleisch imprtiert, mit Folienkartoffel zwischen 10 und 15 Euronen.  Also knapp die Haelfte als in Germania. So verhaelt es sich bei den importierten Spezialitaeten ganz im Allgemeinen. Unterschiede machen dann noch die jeweiligen Hausstandards der unterschiedlichen Kuechenkategorien.


Die Philippinischen Koestlichkeiten, wenn man diese in guten Restaurants zu sich nimmt, liegen bei 5 – 8 Euronen fuer z.b. eine reichhaltige Meeresfruechtefischplatte. Ein normales Mittagessen, bestehend aus Reis und einer Auswahl verschiedener Grillangebote erhaelt man zwischen 2 und 3 Euronen.  Diese Gerichte kann man in den durchschnittlichen Restaurants ohne Bedenken zu sich nehmen.  An einfachen Imbisstaenden hatte ich persoenlich aber auch noch nie Probleme, abgesehen davon, dass man immer abgefuelltes Mineralwasser verlangen muss.  Dennoch raten viele meiner Bekannten davon ab. Man wisse ja nie.


Was und wo es etwas gibt, lasse ich hier mal weg, darueber ist ja schon einiges gesagt. Vielleicht spaeter mehr. Also was ist anders?


Ach ja – Besteck waere noch ein Thema.


Wobei Besteck in einigen Schnellrestaurants, die als „Foodcourts“ in den Einkaufshauesern bekannt sind, manchmal gar gegen etwas Plastikhandschuaehnliches ausgetauscht wird. Messer grundsaetzlich in nationalen Imbissstuben oder Restaurants erst gar nicht gereicht werden oder nur auf besondere Nachfrage zur Verfuegung stehen. Ganz unabhaengig von der jeweiligen Mahlzeit. Also auch ein Kotelett, sonstiges Hartfleischiges also eben ganz generell. Auch in den meisten privaten Haushalten sind Messer nicht wirklich zugegen. Ob man die denn kaufen kann? Klar doch und zum gleichen Preis wie Loeffel und Gabel.

Fragt mich jemand ob ich einen Helfer habe, lautet meine Antwort stets nein. Es wuerde ja bedeuten, dass ich alleine nicht zurecht komme, fuege ich dann mit einem Augenzwinkern hinzu.

Mal im Ernst, hier eine paar Worte zum Thema.
Anders als in Deutschland und den meisten Teilen Europas wo es nicht so sehr allgemeines Gut ist, eine oder einen Haushaltshelfer (Kindermaedchen, Reinigungshilfe oder Maedchen fuer alles) zu haben, ist es in Asien ein weit verbreitetes Muss. Und besonders hier auf den Philippinen ein Zeichen fuer einen hoeheren Lebensstandard.
Dies gilt nicht wirklich allein fuer nur die reichsten der Reichen, nein es gilt ganz allgemein. Wer Verwandte in der Provinz hat, hat oft auch einen Helfer, naemlich ein Familienmitglied eines Angehoerigen, der dort die Schule beendet hat und darauf wartet, mit 18 Jahren arbeiten zu duerfen in einer der Fabriken in den Zentren Cebu oder Manila. Dann naemlich nimmt Ihn oder Sie die dort ansaessige Familie auf und dafuer ist dann der oder diejenige einige Zeit als Helfer im Haushalt der Angehoerigen taetig solange ein Job gefunden wurde. Zum Aufgabenbereich gehoert alles was es im oder um den Haushalt herum zu erledigen gibt inklusive Kinderbetreuung oder auch Botendienste und andere Hilfen. Dafuer gibt es ein Dach ueber dem Kopf und die benoetigten taeglichen Mahlzeiten. Die wohl am meisten verbreitete Helferssituation.
Ansonsten sind Eltern, deren Kinder auf den abgelegeneren Inseln aufwachsen oft darauf angewiesen, ihre Kinder als Helfer arbeiten zu lassen, damit diese spaeter ihre Schulbildung fortsetzen koennen und waehrenddessen nicht zum Nahrungsverzehr im eigenen Haushalt beitragen. Also ist man schon froh, wenn man eine Chance hierfuer erhaelt und daher der Preis fuer eine solche Haushaltshilfe sehr gering.
1500 Peso sind hierbei schon ein ueberdurchschnittliches Einkommen, das Familien bezahlen, die einen Helfer einstellen. Oft sind es nur 750 Peso oder 1000 Peso. Der Helfer hat meist einen eigenen Schlafraum oder schlaeft mit den Kindern der betreuten Familie und erhaelt seine taeglichen Mahlzeiten. Oft sind die Helfer(innen) 14 Jahre alt oder gerade 16 und haben die Schulpflicht in nicht seltenen Faellen wirklich erfuellt. Meistens haben Sie den Sonntag waehrend des Tages frei und sind ansonsten 24 Stunden im Dienst.
Dies ist die sogenannte Normalitaet eines Helfers. Wie weit es dabei dann wirklich gelingt einen besseren Start oder zum nachgeholten Schulabschluss mit anschliessender Arbeit zu bekommen, haengt dann meist davon ab, wie lange der Helfer das Fernweh zu den Eltern aushaelt oder vordergruendig, wie gut oder schlecht  die Familie fuer die er oder sie arbeitet, mit Ihnen umgeht.

Des Helfers Paradies
Wir, Mary und ich leben ja in einem sogenannten „Luxuswohngebiet“. Pacific Villa heisst es und befindet sich im Zentrum der Insel Mactan Island. Und oberflaechlich betrachtet ist es auch des Helfers Paradies. Hier ist ein eigenes Zimmer vorgeschrieben und auch der Komfort ist standardmaessig wesentlich hoeher. Ein eigener Ventilator und manchmal selbst eine Klimaanlage steht zur Verfuegung. Man hat ein meist fast neuwertiges Handy und selbst hierfuer ein kleines Budget um denn hin und wieder auch selbst private SMS zu verschicken. Und so sehr Handys ja den Status eines jungen Filipinos wiederspiegeln, so sehr stolz werden diese dann eben auch zu jeder Gelegenheit oeffentlich praesentiert.
Die Arbeitgebenden Familien sind meist tagsueber ausser Haus, und die Luxusvillen bieten ein angenehmes  Arbeitsumfeld und man wird ja nicht stets beobachtet. Meist ist man auch nicht ganz allein. Oft sind es gar 2 oder 3 weitere Helfer mit denen man zusammenlebt. Einer kocht, einer putzt, einer huetet das noch nicht schulpflichtige Kind und manchmal ist einer nur dafuer da, den Hund spazieren zu fuehren und oder Einkauefe zu erledigen. Alles in allem auf den ersten Blick ein Paradies fuer Helfer.
Tja aber wie immer gibt es Unterschiede, und Klaus hat ja gewissermassen Freude am Detail und beobachtet sehr genau, was denn sonst den kleinen Unterschied ausmacht. Die Villen hier sind ja sehr einsichtig und geben leicht Einblick in so manches Detail, wenn man denn nur hinguckt.
Die kulturelle Vielfalt hier in Pacific Villa ist breit gefaechert. Vom Deutschen oder Europaeischen Rentner, bis hin zu Koreanischen oder Japanischen Geschaeftsleuten ,Amerikanischen Eroberern und Philippinischen Neureichen, finden sich hier viele Nationalitaten ein.  Und da gibt es Unterschiede auch im Umgang mit den Helfern.
Europaer essen und trinken mit ihren Helfern an einem Tisch. Koreaner und Philippinen scheinen dies grundsaetzlich abzulehnen, Japaner sind freundlich distanziert und Amerikaner zeigen auch hier, dass sie die Nummer 1 in der Welt sind und laden die Helfer eben auch zu Schaurundfahrten auf der Harley Davidson ein und nehmen wie so oft nicht alles wirklich tierisch ernst ( was kostet die Welt?) Na aber dies mal nur als Ansichtssache so ganz nebenbei.

Mary
hat selbst 2 Jahre in Hong Kong als Familienhilfe gearbeitet und weiss wie gross die Unterschiede sein koennen. Sie selbst hatte das Glueck fuer eine Hollaendische Geschaeftsfamilie zu arbeiten und fuehlte sich sehr gut behandelt. Den meisten Ihrer Freundinnen ist es nicht wirklich so gut ergangen.
Und Mary ist da ganz ehrlich zu sich selbst und zu mir. Klar waere es schick auch einen Helfer zu haben, es wuerde ja dem Klischee eines besseren Lebens entsprechen, aber die Helferinnen sind ja meist mindestens 25 Jahre juenger und somit eine stetige Herausforderung fuer Klaus, und maennliche Helfer, na davon haelt sie selbst nicht wirklich viel.
Also, so wie es aussieht, werden wir dann wohl selbst zurecht kommen.

beobachtet und berichtet
von Klaus Biesel

niedergeschrieben ohne Helfer....